"Im reichen Deutschland wächst die Kinderarmut. Mehr als jedes fünfte Kind lebe bereits auf Sozialhilfeniveau, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet. [...] Zusätzlich erleben Kinder wie Jenny chaotische Familienstrukturen, die ihnen keine Sicherheit bieten. Sie sind mit psychischen Problemen ihrer Eltern konfrontiert und wachsen in einem Milieu fern jeder Bildung auf. Experten unterscheiden deshalb zwischen finanzieller, sozialer und kultureller Armut – die sich allerdings oft gegenseitig bedingen. [...] So vererbt sich die Armut von einer Generation zur nächsten. Sie schmälert die Zukunftschancen der Kinder, indem sie den Zugang zu Bildung und Beruf behindert – und wird zur Belastung auch für Deutschlands Zukunft. Denn das Land braucht gut ausgebildeten Nachwuchs. [...] Auf den Wartelisten von Kindergärten müssen Kinder von Arbeitslosen heute oft zurückstehen. Der Nachwuchs bessergestellter Familien, in denen beide Eltern arbeiten, geht vor. So ist schon ihre erste Chance zum Lernen vergeben. Grundschulklassen mit bis zu 32 Sechsjährigen machen es dann den Lehrern unmöglich, familiär vorbelastete Kinder zu fördern. Und im Alter von zehn Jahren ist das Schicksal dann eventuell schon besiegelt, wenn Kinder auf einer schlecht ausgestatteten Hauptschule landen." Kinderarmut ist also nichts Gottgegebenes, sondern klare Folge einer verfehlten Politik. So sagen alle Experten, dass das dreigliedrige Schulsystem und vor allem die frühe Aussortierung im Alter von 10 Jahren nach der Grundschule verheerend sei. Kommt aber die Union in einem Bundesland an die Macht, wird beispielsweise sofort als erstes der Zugang zum Gymnasium stärker reglementiert wie jüngst beim Machtwechsel in NRW. Wir werden von Chaoten regiert!
by
solon
2007-08-11 10:10
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